Was bewegt Werden – Monika Reinhardt / Kika‘s

Das Werdener Eiscafé Kika‘s gibt es nunmehr seit 37 Jahren. Eröffnet und 20 Jahre erfolgreich geführt wurde es von Ernst Kimmeskamp. Monika Reinhardt begann bereits mit 15 Jahren, dort Ihr Taschengeld aufzubessern. Wegen des Jugendschutzgesetzes musste sie pausieren und fing mit 16 wieder an. So hat sie sich ihre erste Stereoanlage bei Kika’s verdient. Später machte sie eine kaufmännische Ausbildung im Textilbereich, hat aber immer, wenn Herr Kimmeskamp sie brauchte, ausgeholfen. Als sie ein gutes Jobangebot bekam, zog Monika Reinhardt mit 26 Jahren nach Hennef an der Sieg. Trotzdem half sie weiterhin, immer wenn Sie Eltern und Freunde in Werden besuchte, bei Kika’s aus. Die einzige längere Pause folgte, als sie für 3,5 Jahre beruflich ins Ausland ging.
Zurück in Deutschland arbeitete sie für die Douglas Holding im Textilbereich, hat aber dann aufgrund eines persönlichen Schicksals von einem auf den anderen Tag ihren Beruf, den sie sehr liebte aufgegeben. Wie das Schicksal es wollte, saß sie nach einem Krankenhausaufenthalt mit ihrer Mutter bei Kika’s, als Herr Kimmeskamp sie fragte ob sie wieder anfangen will. Nach 3-4 Wochen Bedenkzeit begann sie dann als Angestellte wieder dort. In dieser Zeit erfüllte sich Ihr Kinderwunsch und sie bekam ihre Tochter. Herr Kimmeskamp war inzwischen davon überzeugt, dass es keine bessere Nachfolgerin für ihn geben konnte und bat sie, das Café zu übernehmen. Als ihre Tochter 1 Jahr alt war, wagte sie 2001 den Schritt, da sie ja nach so vielen Jahren wusste, was sie erwartet. Auch wenn eine 7 Tage Woche mit Kind keine einfache Sache war, ließ sie sich auf den Streß ein und hat es nie bereut. Inzwischen arbeiten 6-7 Festangestellte, 4-5 studentische Aushilfen und je nach Saison 10-40 Schüler und Aushilfen bei Kika’s. Viele Aushilfen arbeiten bereits seit über 20 Jahren dort und es sind schon oft Freundschaften aus den Arbeitsverhältnissen entstanden. Die langjährigen Mitarbeiter eint die Meinung: „Bei Kika’s habe ich etwas für‘s Leben gelernt.“ Monika Reinhardt kann sich der Sichtweise ihres ehemaligen Chef‘s nur anschließen: wenn man immer die Sicht- und Verhaltensweisen von so vielen jungen Leuten vor Augen hat, bekommt man viel Neues mit, und muss sich immer neuen Dingen stellen – das hält jung!
An der Eistheke gibt es 24 Standart-Eissorten und an Wochenenden, an zwei Theken, bis zu 30! Das meistverkaufte Eis ist Vanille, die beliebtesten Sorten sind Buttermilch-Waldfrucht und Wiener Mandel. Da auch oft für Hochzeiten, Jubiläen oder Geburtstage gebucht wird, gibt es für solche Anlässe auch gern das Wunscheis. Hier waren die Wünsche sogar einmal Lavendel, oder Basilikum-Zitrone.
Monika Reinhardt ist ein sehr traditioneller Mensch und bleibt dem Ortsteil und der Geschäftsphilosophie treu. An den Rezepturen wurde nichts verändert, und selbst die Lieferanten sind die gleichen geblieben. „Nüsse, Erdnüsse, Schoko- und Erdbeersoße werden jeden Tag mit Liebe geröstet und gekocht wie vor 37 Jahren.“
Als gebürtige Werdenerin, die hier aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, ist sie stark mit dem Stadtteil verbunden und schätzt das tolle kulturelle Angebot sowie die Infrastruktur. Für die Kaufleute ist es ein lukrativer Standort, da Werden ein Ausflugsort (vor allem an den Wochenenden), sowie ein heimeliger Wohnort für die Werdener Bürger ist.
Die bemerkenswerte Geschäftsfrau erwähnte noch eins, was beileibe nicht jeder von sich sagen kann: „Bis auf ein einziges Mal, durch eine gesundheitliche Schwäche, bin ich in all den Jahren jeden Tag gern in das Café gekommen. Die Liebe zum Detail ist mir wichtig und darf über die Jahre nie verschwinden. Man muss sich immer treu bleiben und das Herz muss für das Geschäft brennen – und das jeden Tag!“